Sieben Gründe, warum Führungskräfte von Geschichten profitieren
Sieben Gründe, warum Führungskräfte von Geschichten profitieren

Sieben Gründe, warum Führungskräfte von Geschichten profitieren

Kennen Sie das? Ich fürchte bei Firmenfeiern oft die anfänglichen Reden über Jahreszahlen, Umsatzzahlen und Erfolgskennzahlen. Selten wird über die Gründe der Unternehmensgründung gesprochen. Dabei könnten genau diese Geschichten motivieren, Werte vermitteln und die Zusammengehörigkeit des Teams stärken. Sie ahnen es? Ja, das ist der Erste von sieben Gründen, warum Führungskräfte von Geschichten profitieren können.

1. Geschichten vermitteln Werte

2. Geschichten bewegen alle Mitarbeiter

3. Geschichten verkürzen die Problemanalyse

4. Geschichten speichern und übertragen Wissen

5. Geschichten binden Kunden

6. Geschichten verkaufen Produkte

7. Geschichten fördern die Empathie der Zuhörer

1. Geschichten vermitteln Werte

Jedes Unternehmen hat eine Geschichte zu erzählen. Kein Unternehmen ist entstanden „weil es immer schon so war.“ Auch wenn die Unternehmensführung den Gründer vielleicht gar nicht mehr kennt, kann sie eine Geschichte erzählen. Warum sie die Position angenommen, woran sie glauben, wofür ihr Herz schlägt. (Simon Sinek nennt es den Golden Circle – why we do what we do). Dann wirkt die Unternehmensführung authentisch und bekommt Aufmerksamkeit von ihren Zuhörern. Außerdem vertrauen Mitarbeiter Chefs, deren Werte kennen. Im Notfall werden sie deshalb Probleme ansprechen, wenn sie noch zu bewältigen sind.

2. Geschichten bewegen alle Mitarbeiter

Steve Jobs wurde nicht als liebenswürdiger Mensch bekannt. Aber als enorm erfolgreicher und visionärer Mensch. So hart und masochistisch er laut der autorisierten Biografie »Steve Jobs« von Walter Isaacson zu sich selbst war, so sehr hat er auch seine Mitarbeiter und Mitmenschen traktiert. Trotz Zeitmangel ließ er Kompromisse nicht gelten. Seine Mitarbeiter und externe Partner haben dafür tage- und nächtelang programmiert und geschuftet. Auch für den ersten Mac. Doch zum Schluss »… rief Jobs das Macintosh-Team für eine Zeremonie zusammen. „Echte Künstler signieren ihr Werk“, sagte er. Er legte ein Blatt Papier und einen edlen Füllhalter aus und ließ sich von jedem eine Unterschrift geben. Die Namenszüge würden im Inneren jedes Macintosh-Gehäuses eingeprägt stehen. Niemand außer einigen Monteuren würden sie sehen, aber jeder im Team wusste, dass sie da waren, genauso wie die so ästhetisch wie möglich gestaltete Platine.« (S. 162)

Mit dieser Geste hat Steve Jobs sein Team zu einem Teil der Geschichte gemacht. Er hat sie angespornt. Denn eine Geschichte berührt jeden, vom Programmierer bis zum Abteilungsleiter. Weil sich die Mitarbeiter entweder darin wiederfinden oder die Erfahrung durch die Erzählung miterleben können. Beides wirkt.

3. Geschichten verkürzen die Problemanalyse

Wenn es in einem Unternehmen hakt, dann oft aus Gründen, die oberflächlich schwer zu erkennen sind. Ähnlich wie in Beziehungen. Mitarbeiter haben Ängste oder Bedenken, die Motivation fehlt oder ihre Erwartungen unterscheiden sich komplett. Eine sachliche Analyse hilft nur, wenn es beispielsweise um Controllingfragen geht. Mit Storytelling – zuhören und erzählen – können Führungskräfte entscheidende Erfolgsverhinderer enttarnen.

4. Geschichten speichern und übertragen Wissen

Wenn ein Mitarbeiter geht, geht Wissen mit. Um das Wissen für Nachfolger zu erhalten, nutzen die Wissens-Berater Storytelling-Werkzeuge. »Bei dem Thema Wissen geht es immer auch um die psychodynamische Komponente, um Emotionen«, bestätigt Wissens-Berater Manfred della Schiava. Geschichten rufen Bilder und Gedanken wach, die unser Gehirn mit Emotionen verknüpft speichert. Diese Berührung der Gefühls-Gedanken-Welt hilft, uns Dinge besser zu merken, uns fremde Erfahrungen anzueignen. Mithilfe »Skoratischer Dialoge« erzählt der Wissende: wie er die Position im Unternehmen bekommen hat, wie sich seine Arbeit entwickelt hat. Welche Täler, welche Höhepunkte er durchlebt hat. Wovor er Angst hatte, was ihn berührt hat. Die Antworten übergeben dem Nachfolger weit mehr als nur fachliches Wissen: Erfahrung.

5. Geschichten binden Kunden

So wie Geschichten Mitarbeiter an Unternehmen binden, binden sie auch Kunden. Dafür sollten sie allerdings mit allen Sinnen angesprochen werden. Beispiele: Events oder Erlebniswelten. Im Legoland

Geschichten binden Kunden
Erlebniswelten machen Produkte mit allen Sinnen greifbar

in Billund/Dänemark habe ich es selbst erlebt: Achterbahnen, maßstabgetreu nachgebaute Städte aus Lego, Schiffshebewerke, Eisenbahnen beflügeln der Fantasie, unterhalten. Damit die Gäste abends in der Welt von Lego bleiben, schlafen sie in Zimmern mit unterschiedlichen Legothemen im angrenzenden Legohotel. Inklusive Überraschungspaket am Kopfpolster der Kinder.  Jedes Mal, wenn ich jetzt die Marke sehe, denke ich an dieses Vergnügen. Wie die Sinne im Onlineshop durch Storytelling angesprochen werden können, erklärt Wiljo Krechting

6. Geschichten verkaufen Produkte

Nicht zuletzt verpackt eine Geschichte das Produkt in eine Wertehülle. Ein Smoothie steht für Gesundheit (Sicherheit), ein Energy-Drink für Dominanz und ein neues Getränk  für Abenteuer (Stimulanz). Jeder Kunde, der einen bestimmten Wert haben will, wird das entsprechende Produkt wählen. Wird eine Geschichte über ein Produkt erzählt, vermittelt das diese Werte.

2012 hat Cartier einen Imagefilm gemacht, der die Geschichte, Werte und Inspiration der Schmuck- und Uhrenfirma anhand des Leoparden vermitteln sollte. Diese Geschichte haben sie innerhalb der nächsten Jahre weiter verarbeitet. Bis zu einem Zeichentrick-Märchen. Immer mit dem Leoparden im Mittelpunkt. Als Zeichen für Eleganz, Erhabenheit, Dominanz.

7. Geschichten fördern die Empathie der Zuhörer

Zuerst war Drew Lynch »nur« ein stotternder Junge auf der Bühne der amerikanischen Castingshow »America’s Got Talent«. Doch mit seiner Geschichte veränderte sich alles. Er hat er die Emotionen des Publikums und der Jury geweckt. Ab diesem Punkt lasse ich das Video sprechen. Wenn Sie es gesehen haben, werden Sie verstehen, warum Geschichten Emotionen wecken.

Sie haben weitere Beispiele für erfolgreiches Storytelling im Beruf? Ich freue mich, wenn Sie Ihr Signal mit uns teilen.

Alles Liebe sendet

Nina Karner

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