Wenn unser Gehirn den Sinn erkennt, nimmt es Neues leichter an.

Spinnen Sie? Warum nicht?

Lesedauer: 2 Minuten 50 Sekunden

Die Lieblingsfrage von Kindern lautet: Warum? Doch sind wir ehrlich: Die Lieblingsfrage von uns Erwachsenen auch. Wenn wir diese Frage stellen dürften. Denn neugierig zu sein ist nicht schick (außer bei Journalisten). Leider.

Dabei wäre die Frage: »Warum?« rein gehirntechnisch enorm wichtig. Warum? Unser Gehirn sträubt sich aus Prinzip gegen Neues. Das hat einen guten Grund: Rund 20 % unserer Körperenergie verbraucht das verhältnismäßig kleine Gehirn, wenn es arbeitet. Jede Gewohnheit hilft dem Gehirn also, Energie zu sparen. Und unsere Vorfahren ihr  Essen noch jagen und sammeln, mit gefährlichen Tieren kämpfen oder vor ihnen flüchten mussten, war es notwendig, sich die Energiereserven gut einzuteilen.

Unser Gehirn hat gelernt, Neues zuallererst abzulehnen. Außer es kann verstehen, warum Neues sinnvoll ist.

In der Ö3-Radiosendung »Frühstück bei mir« war kürzlich Zirkusdirektor Bernhard Paul vom Zirkus Roncalli zu Gast. Ich war vor zwei Jahren in einer Vorstellung, die mich sehr begeistert hat. Es ist eine wunderbare Welt der Fantasie und Freude, die mich damals zu einer Bloggeschichte inspiriert hat. In dem Interview sprach Bernhard Paul über seinen siegreichen Weg von der Fixanstellung zum Zirkus: Man dürfe Zirkus nicht machen, um Geld zu verdienen. Man müsse Geld verdienen, um Zirkus machen zu können. Man spüre, wenn jemand etwas nur mache, um Kohle zu bekommen. Denn Geld habe die Eigenschaft, dass es weglaufe, wenn man ihm nachläuft. Wenn man sich auf die Sache (die Herzensangelegenheit, Anm.) konzentriere, dann sei es plötzlich da.

Seine Sichtweise entspricht genau meiner Überzeugung, weshalb ich das unbedingt meinen Kursteilnehmern im Management- und Organisationstraining mitgeben wollte. Ich wollte ihnen helfen, den Ruf ihres Herzens zu hören, und damit den wahren Grund der Existenz/Gründung ihres Unternehmens zu erkennen. Ich wollte sie zum Spinnen bringen, damit sie erfolgreich sind. Zur besseren Erklärung habe ich den »golden circle« eingesetzt. Das ist ein Werkzeug von Simon Sinek, das ich schon seit vielen Jahren nutze.

Der "golden circle" von Simon Sinek

Warum

Simon Sinek hat entdeckt, dass erfolgreiche Unternehmen ihre Kommunikation mit »Warum« beginnen. Viele herausragende Persönlichkeiten lassen sich ebenfalls von ihrem »Warum« leiten. Sie bauen ihre gesamte Existenz darauf auf. Allerdings betonte  Steve Jobs in seiner berühmten Stanford Commencement Speech, dass er erst rückblickend erkennen konnte, welchen Sinn bestimmte Lebenserfahrungen hatten.*

Wie

Erst im zweiten Schritt definieren die Größen vieler Unternehmen Werte und Wege, um dieses Warum zu erreichen; manche haben dafür auch Geschäftspartner, die ihr Warum-Gespinst auf die Erde bringen; Walt und Roy Disney, Steve Jobs und Steve Wozniak sind zwei bekannte Pärchen.

Was

Der äußerste Kreis, das Produkt oder die Dienstleistung, ist dann lediglich das Ergebnis der Beantwortung der Fragen nach dem Warum und Wie. Der Erfolg stellt sich früher oder später ein – in jedem Fall ist man inspiriert, weiter zu gehen.

Vergangene Woche bewies bei der Musikcasting-Show »Voice of Germany« Kandidat Marc Amacher, dass er Musik wirklich l(i)ebt. Schon in der Vorstellung sprach er davon, dass die Show einfach nur das Tüpfelchen auf dem I für ihn bedeuten würde. Deshalb war sein Auftritt auch so außergewöhnlich.

Also: Spinnen Sie los und finden Sie Ihr Warum.

Vielleicht geht’s leichter mit Musik für Spinner

Alles Liebe,

Nina Karner

*Frei übersetzt: »…You can’t connect the dots looking forward; you can only connect them looking backwards…«

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